Buch der Stunde

Die Tibet-Frage

Kirstin Breitenfellner | Kultur | aus FALTER 30/08 vom 23.07.2008

Tibet war nie das Land der Glückseligen und Heiligen, als das es bisweilen dargestellt wird." Auch hier gab es wie in anderen Ländern Kriege, Intrigen, feudale Willkür - aber das weite Land am sogenannten Dach der Welt eignete sich immer schon für mythische Projektionen, die in der Person des 1935 geborenen 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, Gestalt angenommen haben. Ihm widmet Klemens Ludwig einen Band der beck'schen reihe unter dem Titel "Dalai Lama. Botschafter des Mitgefühls".

"Er gilt als der weiseste Mensch auf Erden (…), Prophet der Gewaltfreiheit, personifizierte Glaubwürdigkeit", schreibt der persönliche Freund und Vorsitzende der Tibet Initiative Deutschland Ludwig, dessen Porträt die Verdienste des Oberhaupts der Tibeter um sein Volk und als Integrationsfigur der Weltgemeinschaft beinahe schmälert - ein Korrektiv zu der bisweilen unreflektierten Verehrung, die dem Weltweisen und Medienstar allerorts entgegengebracht wird.

Ludwig beginnt mit einer informativen Geschichte

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