Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 30/08 vom 23.07.2008

Sex

Gärtnern Im Online-Kurier las ich über den Naked Gardening Day. Konzept dahinter war vermutlich die ausschließliche Teilnahme von hamiltonmäßigen Nymphen, die nackt durch Grünanlagen schweben, sich hie und da Küsschen auf die Wangen hauchend. Junge, zellulitisfreie Körper, natürlich. Mir drängen sich dazu jedoch erschreckende Bilder ins Bewusstsein. Meine Nachbarin. Etwa 150 Kilo nacktes Barockfleisch, gärtnernd. Ich weiß nicht, ob ich in dieser meiner Realität so einen international ausgerufenen Thementag wahrnehmen wollen würde. Obwohl – und das ist doch gut! – für alles und jeden gibt es Interessenten. Mir wurde erzählt, dass der Arbeitstitel von Doderers „Dämonen“ „Dicke Damen“ lautete. Sein Fetisch waren angeblich wohlgenährte, bürgerliche Matronen, die sich im Kaffeehaus täglich in Torten suhlten. Wären die dicken Damen nackt gärtnernd durch Döblinger Parks geschlendert, der Doderer wäre sicher nicht dazu gekommen, unser aller Maturaleselisten so massiv zu verlängern.

Heidi List

Fussball

Die Red Zac Weil’s irgendwie nach mehr klingt, heißt die Zweite Liga in Österreich seit zehn Jahren Erste Liga. Das ergibt zwar nach wie vor keinen Sinn, aber man gewöhnt sich an alles. Hilfreich dabei war komischerweise der Ligasponsor: In den vergangenen sechs Jahren hieß die Klasse offiziell Red Zac Erste Liga, und irgendwie hat es sich so eingebürgert, einfach „die Red Zac“ zu sagen. Auf diese Weise ersparte man sich den Unfug, zur Zweiten Liga Erste Liga sagen zu müssen. Damit ist jetzt Schluss: Die Red Zac heißt seit kurzem Adeg Erste Liga. Das passt zwar zu dieser Provinzliga, in der nur ein halber Wiener Verein (Austria Amateure) mitspielt. Aber ob sich „die Adeg“ als Name durchsetzen wird, erscheint doch fraglich. Mein Vorschlag: So lange die Bundesliga nicht zur Vernunft kommt und die Zweite Liga nicht Zweite Liga heißen darf, sagen wir Red Zac zur Adeg.

Wolfgang Kralicek


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