Humanistisch gebaut

Stadtleben | Iris Meder | aus FALTER 30/08 vom 23.07.2008

ARCHITEKTUR Wieso die Stadt des Kindes auch ästhetisch bemerkenswert ist.

Das Jahr 1968 fand in Wien nicht an den Universitäten statt, sondern, etwas verspätet, unter anderem in Weidlingau am westlichen Stadtrand. Den 1969 ausgeschriebenen Wettbewerb eines betreuten Zentrums für gefährdete Kinder und Jugendliche gewann der Architekt Anton Schweighofer mit einem Konzept, das kein geschlossenes Heim vorsah, sondern eine urbane Verdichtungszone mit teilweise öffentlicher Nutzung. Als die Stadt des Kindes 1974 eröffnet wurde, war sie ein reformpädagogisches ebenso wie ein architektonisches Vorzeigeprojekt, das in der internationalen Fachpresse vielfach publiziert wurde.

Am Rand des Wienerwaldes plante Schweighofer eine Anlage mit der kleinstädtischen Struktur einer zentralen Piazza, die zwei parallele Trakte verbindet. Zum Wald hin liegen, kammartig gereiht, fünf Familienhäuser, in denen Kinder in Kleingruppen mit betreuenden Pädagogen lebten. Wer einmal Gelegenheit hatte, die Häuser


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