Weit im Norden

Stadtleben | Joseph Gepp | aus FALTER 30/08 vom 23.07.2008

WELT IN WIEN (2) Bäume, Änderungsschneidereien und New-Age-Puffs. Die Stuwerstraße ist ein Stück Berliner Arbeiter-Kiez.

Bäume am Straßenrand können eine Stadt prägen. Im Herbst oder bei Wind landen ihre Blätter auf den Straßen, die dadurch immer etwas ungepflegter wirken als ihre baumlosen Pendants. Wenn die Blätter oben bleiben, dann überdachen Bäume die Stadt, und ihre Schatten liefern sich wilde Schlachten mit dem vereinzelt durchdringenden Sonnenlicht. Wer in unteren Etagen wohnt, muss für den Blick ins Blattgrüne weniger Licht in Kauf nehmen. Und Bäume verbreitern Straßen: Wenn zwischen Gehsteigkante und Fahrbahn ein Baum steht, dann braucht er Platz. In Alleen stehen parkende Autos quer, in baumlosen Straßen parallel zur Gehsteigkante. Wer in einer Allee lebt, wird die Straßenschlucht nicht als beengend empfinden.

Wien ist im Allgemeinen eine Stadt ohne Bäume am Straßenrand. Dafür sind die Straßen zu schmal und zu wenig gerade. In gründerzeitlichen, aus Zinshausblocks


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