Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 31/08 vom 30.07.2008

Im Juli 1988 eröffnete der Falter die Europadebatte. "Unsere Einfalt wird uns nicht retten", schrieb ich im Editorial, das damals nicht mehr und noch nicht wieder "Seinesgleichen geschieht" hieß. "Die EG-Debatte läuft verkehrt. Gerade die Kultur, gerade die Intellektuellen sollten die europäische, die internationale Herausforderung sichern. Stattdessen sehnen sich nur Teile unserer Wirtschaft nach der EG." Wie bestellt polemisierte Peter Weibel im Blattinneren gegen die "Eurokultur": "Was im neuen Kapitalismus schon längst erfolgreich der Fall ist: globale Produktion und globale Distribution, soll nun im Interesse gesteigerten Profits auch in der Kultur nachgeholt werden. In einem solchen Medienverbund des Profits, auf breiter Distribution begründet, kann die Kunst nicht einmal als angewandte, flexible Spezialisation' überleben." Der Verfassungsrechtler Karl Staudinger wies auf das in der Verfassung bestehende Anschlussverbot zwischen Österreich und Deutschland hin, auf die Schwierigkeiten, die Neutralität mit dem Beitritt "zu einer von Nato-Mitgliedern dominierten Wirtschaftsgemeinschaft" zu vereinen, und auf die daraus folgende Notwendigkeit einer Volksabstimmung. Eine solche erbrachte bekanntlich 1994 mithilfe der Kronen Zeitung eine Zweidrittelmehrheit für einen EU-Beitritt. Der grüne Abgeordnete Christoph Chorherr moderierte eine Diskussion zwischen den Wirtschaftsexperten Johannes Dietz (schwarz, dafür) und Kurt Bayer (rot, skeptisch). Außerdem findet sich eine Umfrage zum für Herbst geplanten Start der neuen, mit 50-prozentiger Beteiligung von Springer startenden Tageszeitung Oscar Bronners. Arbeitstitel: Wirtschaftsblatt. "Christian Rainer und Armin Thurnher haben sich dazu in der Medienszene umgehört." A. T.


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