Endlich Sommer!

Politik | Gerald Knaus | aus FALTER 31/08 vom 30.07.2008

SERBIEN II Das junge Belgrad schöpft nach der Verhaftung von Radovan Karadzic´ neue Hoffnung.

Belgrad, Dezember 2007. Ich bin in Serbien, um einen Dokumentarfilm zu drehen, Arbeitstitel "Serbischer Herbst". Wir finden ein Land vor, in dem sich liberale Geister wie Weihnachtsgänse zu Jahresende fühlen. "Wir sind alle erschlagen", schildert eine Freundin die Stimmung unter proeuropäischen Serben. Sie hatte in den 90er-Jahren als Studentin in Novi Sad gegen Präsident Slobodan Milosevic´ demonstriert und 2000 den Sturz des Regimes in Belgrad gefeiert. 2003 traf sie die Nachricht von der Ermordung von Premierminister Zoran Djindjic´ wie ein Blitz. Das Schlimmste folgte: ein um sich greifendes Gefühl des langsamen gesellschaftlichen Siechtums. Wie viele andere glaubte auch sie, dass die Zeit für die "Radikale Partei" von Vojislav Seselj arbeitete. Kosovo würde sich für unabhängig erklären, die unreformierten Geheimdienste einer nationalistischen Restaurationsregierung dienen, das


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