Alles über Homo migrans


Barbara Tóth
Politik | aus FALTER 31/08 vom 30.07.2008

POLITISCHES BUCH Eine Enzyklopädie beschreibt erstmals, wie Einwanderer Europa in den letzten fünf Jahrhunderten veränderten.

Quoten für Problembezirke in Wien? Keine Zahnprothesen und keine künstlichen Hüftgelenke mehr für Zuwanderer? Wenn Politiker (in diesem Fall Hannes Missethon von der ÖVP und Heinz-Christian Strache von der FPÖ) mit dramatisierenden Vorschlägen wie diesen auf sich aufmerksam machen wollen, herrscht Ausländerwahlkampf. Das Schüren von Ängsten vor Fremden gehört zum Standardrepertoire wahlwerbender Politiker. Dass Phänomene wie Migration und Integration immer schon zur europäischen und damit auch zur österreichischen Geschichte gehörten, wird von ihnen gerne ausgeblendet.

Nun könnten die Missethons und Straches nachschlagen: Erstmals hat ein internationales Wissenschaftlerteam eine Enzyklopädie zum Thema "Migration in Europa" zusammengestellt. 1156 Seiten, 219 Einzelbeiträge, 250 Autoren, vier Herausgeber: Das jüngst erschienene Werk zum "zentralen

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