Gott Macht Politik

Kultur | Konrad Paul Liessmann | aus FALTER 31/08 vom 30.07.2008

REZENSION Zwei sehr unterschiedliche Bücher zum Thema Religion und Politik von Robert Misik und Michael Burleigh lassen den Zusammenhang mit dem politischen Islam merkwürdig unbestimmt. Und erweisen sich gerade damit als symptomatisch für die aktuelle Debatte.

Zwei Bücher, ein Thema: Religion und Politik. Und doch könnten die Unterschiede größer nicht sein. Das beginnt schon beim Umfang. Robert Misiks schmaler Essay "Gott behüte!" möchte uns erklären, "warum wir die Politik aus der Religion raushalten müssen" - ohne dass allerdings ganz klar würde, wer dieses "wir" ist. Er liegt gut in der Hand, lässt sich am Strand lesen und ist genauso salopp und flapsig formuliert, wie es der Untertitel andeutet. Michael Burleighs monumentale Studie "Irdische Mächte, göttliches Heil" beschreibt auf mehr als 1200 Seiten die Geschichte des Kampfes zwischen Politik und Religion von der Französischen Revolution bis in die Gegenwart, wobei das erzählerische Talent des britischen Historikers


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