Wenn Kläger klagen

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 31/08 vom 30.07.2008

EURO Die EM ist vorbei, der Ärger ist geblieben. Jetzt wollen Fanzonenwirte die Stadt klagen.

Den angekündigten Streik hat es dann doch nicht gegeben. Erst klagten sie, nun klagen sie: Einige Wirte, die während der Euro im Juni auf der Fanzone zwischen Rathaus- und Heldenplatz Stände betrieben haben und mit den Umsätzen unzufrieden sind, sind sauer. Die Rede ist (laut Apa) von einem ",Kartell' zwischen Uefa, Stadt Wien und Gastrogeneralunternehmer". Die Preise seien streng reglementiert worden, individuelle Werbung nicht möglich gewesen.

Dabei waren die Spielregeln innerhalb der Zone von vornherein klar. Manche Unternehmer versprachen sich das große Geld und mehr Publikum - vor allem zu Zeiten, in denen kein Match auf den Videowänden zu sehen war. So stehen im Mittelpunkt der Wirtekritik die zu optimistischen Besucherprognosen und das ihrer Meinung nach schlechte Rahmenprogramm. Tatsächlich verirrten sich an heißen oder matchfreien Nachmittagen nur wenige Fußballfans in den eingezäunten Bereich, Livedarbietungen unbekannter Musikgruppen konnte man zwar im ganzen Gelände hören (und auf Monitoren sehen), sie wurden aber bis auf den DJ-Ötzi-Gig eher ignoriert. Jetzt wollen die Wirte also (Miet-)Geld zurück. Fragt sich nur, ob sie bei besten Umsätzen die Stadt ebenfalls an ihrem Glück hätten teilhaben lassen. Eher nicht. Schließlich stand es ja auch so nicht im Vertrag. Momentan wird die Klagschrift vorbereitet.


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