Was war/kommt/fehlt

Politik | aus FALTER 32/08 vom 06.08.2008

Was war

Seltsame Slogans Das Plakat ist nicht zu übersehen: Großformatig und knallrot hängt es in ganz Österreich. Mit dem Slogan "Genug gestritten" eröffnet SPÖ-Kanzlerkandidat Werner Faymann den Wahlkampf. Auch die ÖVP hat ihr informelles Kampagnenmotto schon gefunden. Es heißt: "Es reicht". Mit diesen Worten beendete Vizekanzler Wilhelm Molterer die Koalition. Weil er offenbar glaubt, dass ein Schmäh besser wird, wenn man ihn wiederholt, präsentierte er mit den gleichen Worten vergangene Woche sein Paket gegen die Teuerung. Wenn der eine genug gestritten hat und es dem anderen reicht, bleibt die Frage: Vielleicht hätten einfach zwei andere an deren Stelle weitermachen sollen?

Was kommt

Faymanns Formalakt Am Freitag sorgt die SPÖ für den ersten Höhepunkt des Wahlkampfes. Beim SP-Parteitag in Linz werden nicht nur die Bundesliste und das Wahlprogramm für die Nationalratswahl am 28. September beschlossen, sondern auch der Wechsel an der Parteispitze offiziell vollzogen. Infrastrukturminister Werner Faymann löst Kanzler Alfred Gusenbauer als SPÖ-Chef ab. Hinter Faymann wird Nationalratspräsidentin Barbara Prammer kandidieren, Platz drei bekommt Gewerkschafter Wilhelm Haberzettel, dahinter kandidiert die junge Rote Laura Rudas. Was Noch-Regierungsoberhaupt Gusenbauer nach der Wahl beruflich vorhat, ist nicht bekannt.

Was fehlt

Grüne Gefährtin Die grüne Behindertensprecherin Theresia Haidlmayr wird nicht mehr kandidieren. Sie sei "anonym gezwungen worden" nicht mehr anzutreten, sagt die langjährige Parlamentarierin. Ihre Partei präferiere junge und neue Gesichter. Eine Quereinsteigerin haben die Grünen schon gefunden: Judith Schwendtner, 39, Chefredakteurin der Grazer Straßenzeitung Megaphon, kandidiert auf Platz zwei der steirischen Landesliste. Auch bei den Blauen verabschiedet sich ein bekanntes Gesicht: Rechtsaußenpolitiker und FPÖ-Vizeparteichef Karlheinz Klement wurde vergangene Woche wegen "parteischädigenden Verhaltens" aus der FPÖ ausgeschlossen.


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