Standpunkt

Aua, diese AUA

Politik | aus FALTER 32/08 vom 06.08.2008

Wie richtet man ein Unternehmen im Staatsbesitz zugrunde? Indem man beginnt, mitten im Wahlkampf ausführlich über dessen Zukunft zu diskutieren. Genau das ist mit der österreichischen Fluglinie passiert. 42,75 Prozent hält die Regierung über die Staatsholding ÖIAG an der AUA. Den an ihr angerichteten Imageschaden verantwortet sie zu einem viel größeren Prozentsatz. Wie die Politik über die AUA-Privatisierung debattiert, ist an Dilettantismus nicht zu überbieten. Die "Mehr privat, weniger Staat"-ÖVP forderte einen Totalrückzug des Staates. Die SPÖ propagierte eine "Stand alone"-Lösung. Dann wünschten sich beide Koalitionäre doch lieber eine "rot-weiß-rote" Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie, unbedingt (SPÖ) oder bedingt (ÖVP). Als Krönung gab es dann auch noch einen "Politgipfel". So schaut Privatisierung auf österreichisch aus. Etwas gelassener gehen das die Schweden an, ein Land, dessen sozialstaatliche Tradition Österreich lange als Vorbild diente. Auch dort soll der 21,4-prozentige Anteil des Staates an der skandinavischen Fluglinie SAS verkauft werden. Allerdings zum richtigen Zeitpunkt. Der sei nach Jahren des Konzernumbaus und angesichts der harten Konkurrenz am Flugmarkt eben noch nicht gekommen, meinte der Finanzminister. Und in Wahlkampfzeiten schon gar nicht. B.T.


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