Beijing ist sauber

Politik | Katharina Schneider-Roos / Beijing | aus FALTER 32/08 vom 06.08.2008

OLYMPIA Die Pekinger geben dieser Tage ihr Bestes und hoffen, dass niemand hinter die Fassaden der autoritären Gesellschaft blickt. Ein Stadtporträt.

Wenn die Leute in Bejing eine Zeitangabe machen, dann sagen sie: "nach den Olympischen Spielen dann". Die Spiele bestimmen hier die Lebensplanung. Alles Denken und Tun scheint von der Zeitspanne davor in Anspruch genommen zu sein. Bejing will sich der Welt im besten Licht präsentieren, geschmückt von 40 Millionen Blumen und bunten Fähnchen, die an den Laternenmasten flattern, und beschienen von abertausenden roten Lampions, die in den letzten Tagen entlang der Straßen aufgehängt wurden.

Pekinger sind patriotisch, die Staatsflagge weht an Häusern und Autos, und sogar kleinen Kindern wird das Olympialogo in die Haarstoppeln rasiert. Unerwünschte Privatwohnhäuser, die den behördlichen ästhetischen Maßstäben nicht gerecht werden, allerdings nicht zeitgerecht abgerissen werden konnten, verstecken sich hinter neuerrichteten blauen Wänden.


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