Die Paranoia und ihr Staat

Politik | Stefan Apfl / Istanbul | aus FALTER 32/08 vom 06.08.2008

REPORTAGE Die Türkei ist ein Land der permanenten Krise. Staatsparanoia und Terror haben sie in den vergangenen Tagen ein weiteres Mal an den Rand des eigenen Abgrunds geführt.

Die überdimensionale türkische Flagge, die über der Szene weht, ist durchsiebt. Unter ihr marschieren dutzende mit Maschinengewehren bewaffnete Polizisten, während Angehörige und Anrainer am Rande der Fußgängerzone weinen, klagen, schimpfen. Dazwischen erzählen Nachrichtensprecher vor laufender Kamera vom Horror, der mit den Bomben über diese Geschäftsstraße in Güngören, im Westen Istanbuls, gekommen ist.

Die Türkei ist ein Land der permanenten Krise. In diesen Tagen kulminierte sie ein weiteres Mal. Zwei Tage vor dem Bombenanschlag war die 2500 Seiten starke Anklage gegen die ultranationalistische Organisation "Ergenekon" veröffentlicht worden, eine Verschwörung von Ex-Militärs, Journalisten und Anwälten, die gegen die Regierung der konservativ-islamischen AKP (Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung)


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