Wer will uns?

Politik | Sibylle Hamann | aus FALTER 32/08 vom 06.08.2008

ANALYSE Kindergärten sind teuer, die Öffnungszeiten unzumutbar, Ausbildung und Bezahlung der Pädagogen schlecht. Endlich wird die Betreuung der Kleinsten zum Wahlkampfthema. Das Rote Wien sieht dabei alt aus.

Es geht um die Ehre. Die Ehre des Roten Wien, wahrscheinlich sogar um die persönliche Ehre des Bürgermeisters. Was Kindergärten betrifft, so lautet eine über Jahrzehnte gepflegte Legende, könne niemand der Bundeshauptstadt das Wasser reichen. Nur in Wien finde ernstzunehmende, fortschrittliche Kleinkinderbetreuung statt. Was anderswo in Österreich angeboten werde, sei allenfalls herziger, provinzieller Dilettantismus. Deswegen verbitte man sich, höflich aber bestimmt, alle Vergleiche.

Es war eine nette Legende. Wahrscheinlich glauben recht viele Sozialdemokraten bis heute daran. Umso böser ist jetzt das Erwachen: Die Kindergärten sind über Nacht zum Wahlkampfthema geworden, und die SPÖ muss mit Schrecken feststellen, dass sie auf ihrem Lieblingsfeld weniger gut dasteht,


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