Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 32/08 vom 06.08.2008

Psychiater im Fernsehen, ein eigenes Kapitel. Ob bei der großartigen britischen Krimireihe "Für alle Fälle Fitz" oder bei den "Sopranos", der besten Serie aller Zeiten: Der Psychoarzt kommt im TV gerne als interessante, menschlich korrekte, grundsympathische Persönlichkeit vor. Die Pro 7-Serie "Dr. Psycho" (Di, 22.15 Uhr) fügt dem Idealbild des Seelendoktors auch noch die Facette "verwirrter Schüttler mit Durchsetzungsproblemen" hinzu. Der wunderbare Christian Ulmen spielt den Polizeipsychologen Max Munzl, der in der Abteilung für organisiertes Verbrechen einen schweren Stand hat. Die Kollegen sind neurotisch, gefühlskalt, beschränkt oder trinken wie die Fische, so ist halt das Leben. Der anfangs unerwünschte Psycho-Onkel versucht sehr engagiert, seine Kollegen zu analysieren und ihnen bei ihren Problemen zu helfen, obwohl er sein eigenes Dasein inklusive geschiedener Frau überhaupt nicht auf die Reihe bekommt. Das Ensemble spielt dabei aus dem Bauch heraus, das Ganze wirkt eher wie eine Dokusoap als eine Serie mit Script. Selten war deutsches Fernsehen so Woody Allen.


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