Ohren auf

JSB, CPE & PDQ

Carsten Fastner | Kultur | aus FALTER 32/08 vom 06.08.2008

Was wir verpasst haben, als der großartige Murray Perahia im vergangenen Juni alle Auftritte absagen musste, macht sein jüngstes Album schmerzlich deutlich: Bevor ihn seine alte, tragische Handverletzung wieder einmal behinderte, hatte er auf einem modernen Steinway die Partiten Nr. 2, 3 und 4 von Johann Sebastian Bach eingespielt (Sony BMG) - mit so hinreißender Verve, leuchtendem Diskant und knackigen Bässen, wie man sie wohl nur von diesem undogmatischen Künstler zu hören bekommt.

Ein Perahia in puncto Spielwitz und Prägnanz sicherlich verwandter, klanglich aber ganz anders orientierter Bachinterpret ist Andreas Staier. Auf einem extravagant disponierten Cembalo (nach H.A. Haas) nahm der Originalklangexperte sechs "Frühwerke" Bachs auf (Harmonia Mundi) - und zeigt mit einigen Toccaten, einem Capriccio (BWV 992) und einer Suite (BWV 818a) einen ausgesprochen vielseitigen und dabei doch stets unverwechselbaren jungen JSB.

Trotz allem nicht zu verkennen ist Bach auch auf "Gold.Berg.Werk"

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