Go, Johnnie, go!

Kultur | aus FALTER 32/08 vom 06.08.2008

FILM Der hyperproduktive Hongkong-Regisseur Johnnie To wird im Filmcasino mit einer kleinen, aber feinen Auswahl als blutrünstiger Humanist gewürdigt. GERHARD MIDDING

Das Leben in den Filmen des Hongkong-Regisseurs Johnnie To gehorcht der Moral des Münzenwurfs: Jede Situation kann sich augenblicklich in ihr Gegenteil verkehren. Ein Anruf genügt, damit aus erbitterten Gegnern Komplizen werden. Ein harmloser Raumpfleger verwandelt sich in einem Sekundenbruchteil in einen grimmigen Attentäter. Und die Rotphase einer Ampel entscheidet darüber, ob fortan Krieg oder Frieden in der Welt der Triaden herrschen werden.

Tos Inszenierung verleiht den Situationen ihr jeweils angemessenes Gewicht, um dann jedoch umgehend leichtfüßig auf den nächsten Höhepunkt zuzusteuern. Denn es steht zwar immerzu alles auf dem Spiel, aber das Urteil von Kopf und Zahl ist stets befristet. Allianzen und Abtrünnigkeit werden unaufhörlich neu ausgehandelt. Nicht von ungefähr rückt To häufig die gesellschaftlichen

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