Neger in Lederhosen

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 32/08 vom 06.08.2008

LITERATUR Mit "Stackler oder Die Maschinerie der Macht" schließt der Salzburger Max Blaeulich seine ambitionierte Roman-trilogie über Rassismus im 20. Jahrhundert ab.

Gestatten, Professor Stackler, Physiologe." Der Mann, der trotz seiner überschaubaren 1,60 Körpergroße im flotten Schritt stets zwei bis drei Stufen auf einmal zu nehmen pflegt, ist seiner Zeit voraus. Bereits im Vorfeld des Ersten Weltkriegs unternimmt er im Rahmen einer Uganda-Expedition Untersuchungen über die Physiologie der "Neger" in Ostafrika, vermisst wie besessen Körperteile und zapft Körperflüssigkeiten ab. Er versteht sich als Mann der Wissenschaft, doch sind seine Rassenforschungen von Anfang an darauf angelegt, die Überlegenheit der "weißen Rasse" zu demonstrieren - zu der er selbstverständlich die Juden nicht zählt.

Aus Uganda bringen Stackler und seine Expeditionskollegen - der auf Souvenirs erpichte Baulöwe Krumpke, der Präparator Kranich und der Filmemacher Weiss - zwei groß gewachsene Sklaven


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