Nüchtern betrachtet

Die sanitären Schrullen des Schotten

Kultur | aus FALTER 32/08 vom 06.08.2008

Unlängst saßen wir bei einer kleinen, aber feinen Käseauswahl am Dach, lauschten dem Gebrüll der Weinhähnchen, blickten über die nächtliche Wienerstadt und führten eine leichtfüßige Konversation über den Niedergang der Qualität und den Triumph des Drecks. Als konkrete Beispiele für diese durchaus nicht bloß so dahergenörgelte These dienten uns unter anderem Sitzgarnituren, englische Garne, Wäschekluppen und Trompetenmundstücke, wobei in den beiden letzteren Fällen die Verfallshypothese durchaus nicht unumstritten war. Franz warnte davor, in eine fragwürdige Manufactum-Nostalgie zu verfallen (Sie wissen schon: "Die Etuis für unsere Bakelitrechenschieber werden exklusiv von einer Sattlerei aus dem Riesengebirge gefertigt, die sich seit 300 Jahren in matrilinearem Familienbesitz befindet."), aber Ingrid bestand hartnäckig auf dem Recht des Konsumenten, einen Mantel fürs Leben zu erwerben. Ich mag sowas ja nicht unbedingt, ich will lieber den Flitter der Saison über meine


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