Stadtrand

Regenklopfen

Stadtleben | aus FALTER 32/08 vom 06.08.2008

Schreibt man in diese Sparte was über zu viel Sonne und unerträgliche Hitze hinein, rät man den Leuten, ins Gänsehäufel zu gehen oder in Schanigärten die Zeit zu verplempern, dann regnet es garantiert acht Tage am Stück. Erwähnt man Schneestürme oder Kälteeinbrüche, schreibt man damit höchstwahrscheinlich Hitzeperioden herbei. Im großen Wind-Klimakanal, wo sie unser Wetter machen, scheint man diese Kolumne regelmäßig zu lesen - und reagiert halt etwas streng. Weil's grad so schön Hochsommer ist, soll nun die Rede von Regen sein. Von Regentropfen, die sacht an Fenster klopfen. Oder aufs Dach des Südbahnhofs trommeln. Dort scheint man davon auszugehen, dass das Gebäude eh bald abgerissen wird und repariert nichts mehr. Stattdessen verteilt man in der Bahnhofshalle Kübel, alte Blechbüchsen und Töpfe und lässt den Regen tropfen. Klar, das ist charmant. (Mindestens so charmant wie die Schilder "Vorsicht Rutschgefahr", die man in der U-Bahn aufstellt, wenn's reinregnet.) Die Bahnhofskübel sind aber auch ein wenig schäbig. Doch jetzt regnet's eh länger nicht mehr. C. W.


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