Martin Reichert im Interview

"Ab 30 gab es Momente des Zweifelns"

Stadtleben | aus FALTER 32/08 vom 06.08.2008

Falter: Herr Reichert, ärgern sich die Leute über Ihr Buch?

Martin Reichert: Einige fühlen sich wirklich extrem angepisst. Dabei geht es doch darum, ihnen freundlich den Spiegel vorzuhalten. Man muss in der Lage sein, Abstand zu gewinnen, über sich selbst lachen zu können und mal kurz nachzudenken.

Haben Sie selbst schlechte Erfahrungen beim "Erwachsenwerden" gemacht?

Ab 30 gab es Momente des Zweifelns. Viele aus der Generation Umhängetasche kennen das: Man steht irgendwo nachts um vier betrunken herum. Am nächsten Tag um zehn muss man aber irgendwo sein. Und man fragt sich: Was mache ich hier eigentlich? In meinem Fall erkrankten Freunde lebensbedrohlich. Man merkt, dass die eigene Existenz auch materiell auf sehr wackligen Beinen steht. Dass das Leben leider auch einen gewissen Ernst beinhaltet. Das schöne am sogenannten Erwachsenwerden ist, dass man Abstand nimmt von Posen. Dass Außenwahrnehmungen und Gruppenzugehörigkeiten irgendwann an Relevanz verlieren.

Madonna wird demnächst


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