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Faxis paradieren

Stadtleben | aus FALTER 32/08 vom 06.08.2008

Aus dem Stephansplatz in Wien hängen zehn Steckdosen mit zehn Faxis dran. Das sind Fahrräder zum Treten mit einem geräuschlosen Elektromotor. Zehn Personen leben im Sommer ein wenig davon. Gestern, Sonntag, 12. Juli 2008, lief außerdem der 13. Wiener Christopher Street Day, "Regenbogenparade" hierlands genannt. Ich war wie immer dabei. Es gehörte sich einst für mich, bei diesem Anlass mit dem Fiaker durch Wien zu paradieren. Christian Michelides brachte mich auf die Idee, mir doch eine Kutsche zu mieten. Gesagt, getan, und es war ein voller Erfolg. Auf Erfolge fliegt ja jedes Lebewesen ab, sie werden zur Sucht. Ich habe die Sucht erfunden, von der Muttermilch über das Grieskoch zum Leichtjoghurt mit Haferflocken. Beim Fahren sah ich mindestens 120 Kerle im Männerrock. Ich wurde der Voyeur der Voyeure. Darauf wirst du dann noch mehr süchtig. Du bist im Zentrum der Hölle und musst sie als Heizer bedienen. Bis du müde wirst und aufgibst. Das Sterben ist nicht meines. Das Fiakerfahren


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