Der Gräfin letzter Wille

Stadtleben | Alina Sklenicka | aus FALTER 32/08 vom 06.08.2008

IMMOBILIEN Einst stiftete Franziska Andrássy Wiens Waisenkindern ein Grundstück. 100 Jahre später treffen sich hier Investoren, Hausbesetzer und Stadt.

Es ist eine warme Sommernacht. Auf den ersten Blick sieht auf der Hohen Warte 3 in Döbling alles so aus wie früher. Hinter dem schmiedeeisernen Zaun der Villa kichern junge Leute, sitzen am Boden, haben Spaß. Junge Leute saßen schon immer in dem weitläufigen Park, einst war hier ein Waisenhaus. Erst beim zweiten Hinsehen entdeckt man, dass die jungen Leute im Garten anders sind. Sie haben Schlafsäcke dabei, Kochplatten, Kisten voll Essen. Sie haben einen geheimen Plan gefasst - und setzen ihn nun um. Sie besetzen dieses Haus, zumindest für ein paar Stunden. Die Aktivisten wollen einen "Raum von der Stadt". Sie fordern ein "selbstverwaltetes Kulturzentrum mit Theaterräumen und einem Kost-Nix-Laden für kollektiven Wohnraum mit Kindern". So steht es in ihrer Aussendung an die Presse. Die berichtete über die Aktion nur am Rande und


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