Höllenengel oder Höllenteufel?


Gerlinde Pölsler
Politik | aus FALTER 32/08 vom 06.08.2008

KRIMINALITÄT In der Motorradszene sollen Drohungen und Einschüchterungen überhandnehmen. Die Polizei nimmt die "Hells Angels" ins Visier.

Graz-Andritz, in der Nacht von vergangenem Mittwoch auf Donnerstag: Beamte des Landeskriminalamts (LKA) und der Cobra stürmen das unscheinbare Vereinsgebäude des Motorradclubs Austria. Bei der Hausdurchsuchung stellen sie eine angemeldete Pumpgun, einen verbotenen Schlagstock und Sitzungsprotokolle sicher. Einen Verdächtigen nehmen sie fest, ihm wird vorgeworfen, andere Biker bedroht zu haben. Jetzt ermittelt niemand Geringerer als Anton Kiesl, der Leiter der Mordgruppe des LKA - diese ist für alle Bedrohungen gegen Leib und Leben zuständig. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Für die Polizei ist der Fall deshalb so brisant, weil der Verdacht besteht, dass der Club enge Beziehungen zu den Hells Angels (HA) unterhält - und diese erachtet Kiesl als gewaltbereit. Die HA haben in vielen Ländern Ableger, so genannte Charters, in Österreich sind sie seit

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