Ein echter Österreicher

Armin Turnher | Vorwort | aus FALTER 33/08 vom 13.08.2008

Seinesgleichen geschieht Zum Tod von Fred Sinowatz, Kanzler wider Willen und Minister einer fast radikalen Kulturpolitik

Fred Sinowatz ist tot. Er war 1983–86 Bundeskanzler der Republik, zuvor unter Kreisky langjähriger Unterrichtsminister. Nach der Wahl Kurt Waldheims zum Bundespräsidenten, die er vergeblich zu verhindern gesucht hatte, trat er als Kanzler zurück und übergab das Amt an Franz Vranitzky. Parteivorsitzender blieb er noch bis zum März 1988. Diesen Montag starb er in seinem Haus im Burgenland.

Respektvoll gaben sich die Nachrufe, vor allem von jenen Medien, die ihn zu Lebzeiten und insbesondere, als er an der Macht war, gehöhnt und verlacht hatten. Das war schon bei seinem Rücktritt als Parteivorsitzender nicht anders gewesen. „Tollpatschig“ nannte man ihn, und die Feststellung, er sei als Kanzler und Parteivorsitzender „glücklos“ gewesen, gehörte noch zu den freundlicheren.

Er hatte nicht Kanzler sein wollen, aber als Bruno Kreisky nach 13 Jahren Alleinregierung

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