„Das erlaube ich mir“

Politik | Barbara Tóth | aus FALTER 33/08 vom 13.08.2008

Zeitgeschichte. Vor zehn Jahren mussten die Schweizer Banken 1,25 Milliarden Dollar an jüdische Organisationen zahlen. Was bedeutet das Geld für die Entschädigten?

Donnerskirchen? Natürlich kenne ich Donnerskirchen. Ein schöner Ort.“ Der Mann, der das in gebrochenem Deutsch und mit maliziösem Lächeln sagt, heißt Imre Lebovits, ist 79 Jahre alt und sitzt an einem Esstisch im Wohnzimmer seiner Budapester Wohnung vor einer großen, schwarz-weiß kopierten Landkarte. Sie zeigt seine Heimat Ungarn und den größten Teil Österreichs. Mit Kugelschreiber und Lineal hat der grauhaarige Mann mit den müden Augen die Stationen seiner Vertreibung eingetragen. Die dunkelblauen Pfeile überschneiden sich kreuz und quer über Ungarn, bevor sie in Donnerskirchen im Nordburgenland zu einem kleinen Kringel werden. „Hier war das Arbeitslager“, sagt Lebovits. Dann geht die Linie weiter, im Zickzack quer durch die Steiermark und ins Nebenlager des KZ Mauthausen, Gunskirchen. Hier hat Lebovits


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