Ein Krokodil, das zu viel will

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 33/08 vom 13.08.2008

Zeitgeschichte II. Vor zehn Jahren trieb Ed Fagan die Banken wegen ihres Raubgoldes vor sich her. Was wurde aus ihm?

Vor zehn Jahren heizte Ed Fagan, 47, bei einer Pressekonferenz den Banken ein. Die CA und andere „Slave Labour“-Companies hätten sich am Gold ermordeter Juden bereichert, behauptete der US-Anwalt. Damals glaubte niemand so recht, dass dieser Mann sich durchsetzen könnte.

Fagan brachte Restitutionsklagen für zehntausende Holocaust-Überlebende und ihre Nachkommen ein. Er hatte durch seine Milliardenforderungen so starken Druck ausgeübt, dass Schweizer, deutsche und österreichische Banken Vergleichen zustimmten. Sie ließen ihre Vergangenheit von Historikern durchleuchten. Nicht nur die Opfer erhielten Entschädigungen (siehe Geschichte Seite 14). Auch Fagan wurde reich. Schon damals beäugten ihn Kollegen skeptisch. Es folgten Klagen für asiatische Zwangsarbeiter und alliierte Kriegsgefangene, er vertrat Apartheidsopfer in Südafrika und er will Opfern der Tsunami-Katastrophe


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