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Ingrid Brodnig | Medien | aus FALTER 33/08 vom 13.08.2008

Olympia. China hat den Zugang zu ausländischen Webseiten gelockert. Die Zensur geht auf andere subtilere Weise weiter.

Die Nachricht hörte sich toll an. „China lockert Internet-Zensur“, hieß es in etlichen Medien. Kurz vor Beginn der olympischen Spiele hatte die chinesische Regierung auf den internationalen Druck reagiert und einige ausländische Webseiten zugänglich gemacht, die lange zuvor in China gesperrt waren. Darunter die Homepage von Amnesty International oder die chinesischsprachige Version von Wikipedia. Westliche Politiker begrüßten das. Jacques Rogge, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), sprach sogar von einer „beispiellosen“ Verbesserung.

Wer das System der chinesischen Zensur kennt, kann sich über seine Einschätzung nur wundern. Zwar ist diese Lockerung ein Schritt in die richtige Richtung – doch bis der chinesische Cyberspace wirklich Raum für freie Meinungsäußerung bietet, ist es noch ein langer Weg. Eingriff in die Kalkulation

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