Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 33/08 vom 13.08.2008

Also die Maischberger oder die Illner oder die Will sind ja so viel klasser als unsere Polittalker, sagt die Kollegin, die sich prinzipiell alles anschaut und grundsätzlich alles weiß. Immer dieselbe Leier von den super deutschen Diskussionsrunden, sage ich. Klar, Gesprächprofis wie Sandra Maischberger (ARD), Maybritt Illner (ARD), Anne Will (ZDF) oder Frank Plasberg (ARD) führen ihre Sendungen straight, geschickt und in einem angenehmen Ton: Sie trauen sich, Politiker härter anzufassen, ohne sie gleich hinzurichten. Doch in erster Linie unterscheiden sich die deutschen Runden durch eine banale Tatsache von „Club 2“, „Im Zentrum“ oder dem „Runden Tisch“: Die Nachbarn haben halt ein größeres Land und damit mehr spannendes Debattierpersonal. Hierzulande sitzen sich dagegen die immer gleichen Diskutanten gegenüber, meist Herren in den besten Jahren, denen das Miteinanderstreiten offensichtlich auch schon total fad ist. Mit Gesprächspartnern wie Wilhelm Molterer statt Helmut Schmidt würde auch eine Sandra Maischberger schwer eine aufregende Sendung zusammenkriegen.


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