Kommentar

Kunst am Ringturm: Der Donald-Effekt

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 33/08 vom 13.08.2008

Der zum ewigen Scheitern verdammte Donald Duck erhält in einer seiner Abenteuergeschichten den Auftrag, das Logo einer Getränkefirma, es ähnelt stark dem von Coca-Cola, am Mond zu applizieren. Die aufwändige Werbeaktion wäre fast gelungen. Der Vollmond geht auf, der Schriftzug erscheint – allerding seitenverkehrt. Die Kolonisierung menschlicher Sehnsüchte durch private Unternehmen lässt sich eigentlich nicht anschaulicher erzählen.

Derzeit ist das Versicherungsunternehmen Wiener Städtische damit beschäftigt, sich aufdringlich in das Blickfeld der Bürger zu schieben. Letzter Streich ist eine Plakataktion in der U-Bahn-Station Schottenring, in der auf billig bedruckten Fototafeln die Baugeschichte der Unternehmenszentrale dokumentiert wird. Der Ringturm des Architekten Erich Boltenstern gilt als rares Beispiel moderner Nachkriegsarchitektur; Transparenz war eine ihrer Leitideen. Nun ist der Boltenstern-Turm nicht ganz so gläsern wie seine berühmten Verwandten in Chicago oder


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