Josef im Butterblumenrausch


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 33/08 vom 13.08.2008

Büchner-Preisträger Josef Winkler reist, liest und kann auch komisch sein.

Als Mitte Juni bekannt wurde, dass der Büchner-Preis heuer an Josef Winkler gehen würde, reagierte das deutsche Feuilleton gespalten. In der SZ konnte man den erstaunlichen Satz lesen: „Aber selbst der Tod erschöpft sich nach einigen Büchern.“ Ein durch Bücher erschöpfbarer Tod ist eine schöne Vorstellung, für Winkler hingegen scheint das Thema unerschöpflich, auch in seinem jüngsten Werk hat er den Medusa touch: Wenn „Osterbasteln“ dasteht, liest Winkler „Sterbbasteln“; wo er hinblickt, stürzen Mädchen von Kirchtürmen, geraten Autos todbringend aus der Spur, werden Kinder überfahren; selbst der Buntspecht knallt gegen das geschlossene Schreibstubenfenster.

„Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot“ ist eine Abfolge von kurzen Prosastücken, in denen Winkler von seinen Reisen (nach Italien, Indien, Mexiko …), aber auch von seinen Reiselektüren berichtet und – wenn

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