Wenn der Lektor auf Besuch kommt

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 33/08 vom 13.08.2008

Michael Köhlmeier bleibt zuhause und blickt in die eigenen Abgründe.

Nach seinem geschichtsgesättigten Jahrhundertepos „Abendland“ legt Michael Köhlmeier nun einen jener schmalen Bände vor, die schon zu seiner Trademark geworden zu sein schienen. Aufwendige Recherchen waren für „Idylle mit ertrinkendem Hund“ wohl keine nötig, im Ich-Erzähler können wir unschwer den Autor selbst erkennen, auch dessen Frau, die Schriftstellerin Monika Helfer, und deren Kinder werden beim Namen genannt, und das gemeinsame Haus in Hohenems wird schon so aussehen wie beschrieben.

In dieses durchaus nicht bloß idyllische, sondern von Schlaflosigkeit, hypochondrischen Ängsten und Gedanken an die tödlich verunglückte Tochter Paula geprägte Dasein platzt im schneereichen Winter 2006 der Lektor des Protagonisten und sorgt – trotz Problemen, die man mit dem ungewohnten, aber nicht mehr rückgängig zu machenden Duwort hat – für einige nicht ganz unbizarre Momente: „Es war noch keine zwanzig


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige