Klassenkampf vor Kassaschluss


Matthias Dusini
Kultur | aus FALTER 33/08 vom 13.08.2008

Olga Flor führt den Alltag in Suburbia ins Chaos.

Um 16.30 Uhr beginnt im Winter jene Phase, die „den Tag nur vortäuschte und noch keine dichte Dunkelheit bot“. In diesem Zwielicht lässt Olga Flor die 60 Minuten ihres Romans „Kollateralschaden“ spielen. Dass episodisch ineinander verwobene Erzählstränge hervorragend geeignet sind, das Leben in Suburbia darzustellen, weiß man aus Filmen wie „Short Cuts“. In der Begegnung mit fremden Menschen spitzt sich das ereignislose Leben zwischen Einfamilienhäusern und Shoppingmalls zu.

Flor bringt einige Vorstadtmonaden am Nichtort Supermarkt zur Kollision und beschreibt das auf den Glanz der Waren abgestimmte Neonlicht oder das Förderband des Flaschenrückgabeautomaten als durchgeplanten Konsumraum. In ihm hallen die inneren Stimmen der Figuren wider, die durch die Rituale des Gefrierschranköffnens und die „Stimmungsoptimierung“ des Ambientes miteinander versöhnt scheinen. In der Selektion des Warenangebots äußern sich dann

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