Bis zur vollständigen Verfinsterung

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 33/08 vom 13.08.2008

Xaver Bayers Bücher werden nicht dicker, aber immer besser.

Xaver Bayer hat ein neues Buch geschrieben, einen weiteren dieser schmalen Jung- und-Jung-Bände, die man zu den anderen ins Regal stellen kann. Der 31-jährige Wiener, dem kürzlich der Hermann-Lenz-Preis verliehen wurde, wird gern unterschätzt, weil er keine spektakulären Plots liefert und auch stilistisch eher unaufdringlich ist. So gilt er nach wie vor ein bisschen als Geheimtipp – was sich mit seinem ersten Erzählband freilich ändern könnte.

Verändert hat sich jedenfalls Bayers Zugang: Mit der popliterarischen Blasiertheit des Debüts „Heute könnte ein glücklicher Tag sein“, in dem sein Protagonist den McDonald’s in Mauthausen besucht, oder mit dem rasenden Nihilismus von „Alaskastraße“ haben die Texte aus „Die durchsichtigen Hände“ nur mehr wenig gemeinsam. Stille Ernsthaftigkeit ist eingekehrt, mitunter vermeint man, einen jüngeren Handke zu lesen.

An kleinen, scheinbar nebensächlichen Begebenheiten


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