Ohren auf

Klavier mit Hut


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 33/08 vom 13.08.2008

Das Schweizer Label Hat Hut (Vertrieb: Harmonia mundi) hat sich über die Jahrzehnte als verlässliche Anlaufstelle für alle möglichen Avantgarden erwiesen, ohne darob in dogmatische Erstarrung zu verfallen. Die Labelschiene hatOLOGY hat Pioniere wie Anthony Braxton, Steve Lacy oder Cecil Taylor im Sortiment, den Anschluss an die nachfolgenden Generationen aber nicht verpasst. Matthew Ship etwa, Jahrgang 1960, findet, er sei von Cecil Taylor „Lichtjahre entfernt“. Nun ja, Liberace ist schon noch um einiges ferner, und mit seinem Trio (William Parker, b; Susie Ibarra, dr) neigt er auf „The Multiplication Table“ mit erratischen Akkorden zu einer gewissen tellurischen Schwere. „Autumn Leaves“ wird mit archaisch anmutendem Romantizismus ausgelegt, Duke Ellingtons „C Jam Blues“ einer dekonstruktiven Neudeutung unterzogen.

Ellingtons „Pitter Panther Patter“ wurde Russ Lossing und John Hebert von Labelchef Werner X. Uehlinger vorgeschlagen, auf dass die beiden auf „Line

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