Out of the Blue

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 33/08 vom 13.08.2008

Film & Kunst. Brutal schön: Eine Ausstellung in der Kunsthalle Wien erinnert an den englischen Filmemacher und Maler Derek Jarman.

Als Derek Jarman die kleine Fischerhütte an der Küste von Kent bezog, in der er die letzten Jahre seines Lebens verbrachte, entdeckte er unter dem Teppich einen Liebesbrief. Der Vormieter hatte ihn offenbar an eine von ihm verehrte Frau adressiert und sogar ein Kondom beigelegt, dann aber doch nicht abgeschickt; vielleicht war seine Ehefrau gerade hereingekommen, und er musste den Brief schnell unter den Teppich schieben. Die Schauspielerin Tilda Swinton erzählt diese Anekdote in dem Film „Derek“, der derzeit in der Kunsthalle Wien läuft – im Rahmen einer relativ unprätentiösen kleinen Jarman-Ausstellung, die der englische Künstler und Dokumentarfilmer Isaac Julien in memoriam seines 1994 an Aids verstorbenen Freundes gestaltet hat.

Man kann sich den Film, was in einer Ausstellung ja nicht selbstverständlich ist, tatsächlich anschauen. Die Leinwand


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