Zwischen die Augen

Stadtleben | Ingrid Brodnig* | aus FALTER 33/08 vom 13.08.2008

Waffenszene. Entsichern, visieren, abdrücken: Ein Probetag beim Frauenschießkurs.

Wer an diesem Sommermorgen die Stufen eines Kellers im siebenten Wiener Gemeindebezirk hinabsteigt, betritt eine Parallelwelt. Links geht es zum Schießstand, rechts zum Seminarraum. Dort steht ein robust gebauter Mann, er trägt eine kugelsichere Weste und eine Hose in Tarnfarben. Sogar sein leerer Waffenholster passt farblich dazu. Gunter Hick ist aber kein Soldat, sondern Trainer für Selbstverteidigungsschießen. Das ist jene Art des Waffeneinsatzes, bei der es nicht um Sport oder Jagd geht, sondern um Notwehr. Sieben Frauen sind in den Keller eines Wiener Waffengeschäfts gekommen, um einen eintägigen Frauenschießkurs* zu besuchen. Veranstalter ist die Interessengemeinschaft Liberales Waffenrecht Österreich (IWÖ), quasi die Lobby der Waffenszene. Doch warum nimmt jemand an so einem Kurs teil? Und was lernt man dort?

Zunächst kommt die Theorie. Der Trainer erzählt, wie effektiv das Schießen zur


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