Pfui Spinne

Stadtleben | Donja Noormofidi | aus FALTER 33/08 vom 13.08.2008

Psychologie.An der Grazer Uni wird eine Studie zum Thema Spinnenangst verfasst. Achtzig mutige Probandinnen stellen sich ihrer Angst und gehen auf Tuchfühlung mit den ekligen Krabbeltieren.

Es ist widerlich. Die Spinne krabbelt über Ninas Handteller, ihren Handrücken, ihre Beine bewegen sich schnell und scheinen genau zu wissen, wohin sie wollen. Die Beine sind lang und der Körper der Kellerspinne ist fett und irgendwie dreieckig, vier Augenpaare brauchen ihren Platz. Was haben sie ins Visier genommen? Das Tier krabbelt und krabbelt die Arme hinauf. Will es in die Ärmel hinein, in den Ausschnitt? Nina lässt die Spinne keinen Moment aus den Augen, Adrenalin schießt ihr ins Blut, aber sie hat keine Angst, jetzt nicht mehr: „Ich bin sehr aufgeregt, aber es ist ein gutes Gefühl.“

Noch vor wenigen Wochen hätte sich die Biologiestudentin nie im Leben getraut, diese fette Spinne anzufassen, auch keine kleinere Spinne – nicht einmal das Bild einer kleineren Spinne. Sie hatte Angst.


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