Neutral im Kaukasus

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 34/08 vom 20.08.2008

AUSLAND Nicht die Nato, sondern das österreichische Modell könnte Georgiens Demokratie retten.

So viele historische Vergleiche wie der Krieg um Georgien hat ein bewaffneter Konflikt schon lange nicht ausgelöst. „Prag 1968, Tiflis 2008“ ist die beliebteste Parole. Obwohl die russischen Panzer nie bis Tiflis gekommen sind. Schwedens Außenminister Carl Bildt sieht im Vorgehen Moskaus Parallelen zu Nazideutschland. Beim Treffen der EU-Außenminister, die auf französisch-deutsches Drängen beschlossen, mit Moskau im Dialog zu bleiben, gab es der schwedische Konservative dann aber doch billiger. Andere glauben nach dem Sieg Russlands an eine Wiederauferstehung der Kanonenbootpolitik des vorvorletzten Jahrhunderts. Auffallend ist, wie gerne man sowohl in Moskau als auch im Westen mit den alten Feindbildern des Kalten Krieges operiert.

Vergleiche mit dem Kalten Krieg sind trotzdem fehl am Platz. Der georgisch-russische Fünftagekrieg ist ein verspäteter Nachfolgekampf um ungeklärte Erbfragen


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