Denken ist unsexy

Julia Ortner | Vorwort | aus FALTER 34/08 vom 20.08.2008

KOMMENTAR Die Politik und die Intellektuellen: wie Pragmatismus das Nachdenken in den Großparteien zerstört.

Hände falten, Goschn halten – mit diesem effektiven Prinzip soll ja schon Exkanzler Wolfgang Schüssel seine ÖVP auf Linie gehalten haben. Klappe zu, endlich eine Ruh – nach diesem einfach gestrickten Motto versucht nun auch der neue SPÖ-Chef Werner Faymann die angeschlagenen Genossen auf Vordermann zu bringen. Miteinander streiten, gemeinsam nachdenken, alle einbinden, so etwas brauchen wir nicht: Das ist der rote Kurs, der den Machterhalt sichern soll.

Nur eine Minderheit muckt gegen die Unkultur auf, Grundsatzentscheidungen ohne interne Diskussion zu fällen. Es sind ein paar linke Intellektuelle rund um den ehemaligen Finanzminister Ferdinand Lacina, die kürzlich die neuen Praktiken der Partei in einem offenen Brief an den Kurier geißelten. Unangenehm für den Kanzleranwärter Faymann. Doch auch wenn die leidigen Wortmeldungen im Wahlkampftaumel bald untergehen werden,

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