Herr Missethon schaut dem Volk aufs Maul

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 34/08 vom 20.08.2008

VOR ORT Ein Spaziergang mit dem Generalsekretär der ÖVP durch Ottakring. Mit überraschendem Ausgang.

Ich bin der Missethon Hannes von der ÖVP, ich wollt schauen, wie es euch hier geht.“ Missethon steht jetzt beim Trafikanten in der Thaliastraße. Der Trafikant sagt: „Den kriminellen Ausländern solltat ma an Stempel aufs Hirn brennen, so wie bei die Pferd.“

Missethon schluckt. Er wird später sagen, dass es ihn „schon oft reißt“, wenn er mit dem Volk redet. Der Trafikant wird Missethon auch noch mit anderen Lösungsvorschlägen verwirren. Er sagt zum Beispiel, dass es gar nicht die Ausländer sind, die den Geschäftsleuten hier das Leben schwermachen. Es ist alles ganz schön kompliziert, zumindest hier im Sechzehnten.

Wie einfach ist da die Welt eines Politikers vom Schlage Missethons. Die Ottakringer, so diktierte er dem Standard, seien „in Wien schlafen gegangen und in Istanbul aufgewacht“. Zum Ausländerghetto sei etwa der Brunnenmarkt verkommen. Man sehe dort „Burkas“.


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