Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 34/08 vom 20.08.2008

Als Teenager aus einer türkischen Familie kommst du statistisch betrachtet leichter auf ein BZÖ-Bezirksmandat als ins Fernsehstudio. Löblich, dass der ORF ab Herbst eine neue „Jugendserie mit Migrationshintergrund“ namens „tschuschen:power“ bringt, an der junge Laiendarsteller mitwirken. Jetzt mal abgesehen von dem fragwürdigen Titel – die Produktion geht schon etwas naiv an das komplexe Thema heran. Laut Rundfunk „suchen zehn Wiener Teenager mit unterschiedlichem Migrationshintergrund ihren Platz im Leben und Halt in der Gesellschaft. Selbstbewusst und, cool‘ versuchen sie die Stadt zu erobern und fallen dabei manchmal ordentlich auf die Nase.“ Klingt gefährlich nach „Mitten im 8ten“ auf Türkisch. Diese Geschichten sollen beim jugendlichen Testpublikum durchaus gut angekommen sein, doch die Idee dahinter ist extrem old school. Bei der öffentlich-rechtlichen BBC sind Zuwanderer schon lange nicht mehr nur Unterhaltungsseriendarsteller – sie sitzen als Moderatoren im Nachrichtenstudio oder berichten als Reporter. Also: Wo bleibt jetzt die erste bosnischstämmige „ZiB 1“-Moderatorin?


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