Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 34/08 vom 20.08.2008

Sex

Unsitten Eine Freundin verdingte sich einige Zeit als Entwicklungshelferin im brasilianischen Urwald. Sexuell ging es dort punkto Abwechslung wegen der großen Distanzen zu Nachbardörfern ziemlich eintönig zu. Entweder man flog sich wen ein, die Dorfbewohner jedoch hatten halt nur einander. Und ihre Tiere. So war es anscheinend Usus, sich ab und an mit einem Huhn zu vergnügen, sonntags kam schon auch einmal der Esel dran. Der eigentliche Spaß für die Dorfjugend an diesen Lustbarkeiten bestand aber nicht darin, die Leute zu beobachten und es kichernd oder empört arg zu finden, sondern den Alten die Kleider zu stehlen, während die nackt ihre Esel puderten. Andere Länder, gar keine Sitten! Trotzdem, auch als Strohwitwe finde ich meine Bullterrierhündin nicht attraktiv genug, um mich ihr diesbezüglich anzunähern, und wenn sie der letzte Hund auf Erden wäre. Sagt es ihr aber lieber nicht, sie kränkt sich so leicht. Und Tierschützer, bleibt mir vom Leib, das war alles nicht meine Idee!

Heidi List

Fussball

Der Glied-Satz Es gibt einen Satz, den der DFB-Sportdirektor Matthias Sammer nicht mehr hören kann. „Bei diesem Satz geht mir die Hutschnur hoch“, verriet Sammer der Süddeutschen. Der Satz, mit dem man ihn zur Weißglut treiben kann, lautet: „Der Trainer ist das schwächste Glied in der Kette.“ Sammers Aversion kommt insofern überraschend, weil Trainer normalerweise zu Bescheidenheit neigen und ihr Licht gern in den Schatten der Mannschaft stellen („Der Trainer gewinnt keine Spiele“). Man muss ja nicht so selbstherrlich wie José Mourinho („Ich bin der Star!“) auftreten, aber was soll eine Mannschaft von einem Typen halten, der sich selbst ständig kleiner macht, als er ist? „Der Trainer ist der wichtigste Mann“, sagt Sammer. „Er muss das stärkste Glied in der Kette sein!“ Man merkt, dass der Mann noch nie bei Frank Stronach oder Richard Trenkwalder unter Vertrag war.

Wolfgang Kralicek


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