Bomben auf Fabriken

Vorwort | Gerald Knaus | aus FALTER 35/08 vom 27.08.2008

KOMMENTAR Russland will Georgien nicht nur militärisch in die Knie zwingen, sondern vor allem ökonomisch.

Kann man sich Mikhail Saakaschwili als Anführer einer Guerillabewegung in den kaukasischen Bergen vorstellen? "Wir hatten eine Wahl", erklärte der georgische Präsident der New York Times in einem Interview am vergangenen Wochenende. "Wir hätten unser Land in ein Tschetschenien verwandeln können - wir hatten genug Leute und Ausrüstung dafür. Oder aber wir tun nichts und bleiben ein modernes europäisches Land. Am Ende hätten wir die Russen vertrieben, aber dazu hätten wir in die Berge gehen und uns Bärte wachsen lassen müssen."

Man wird kaum einen Widerstandskämpfer in der an Aufständen nicht gerade armen Geschichte des Kaukasus finden, der so argumentiert hätte. Damit ist man bereits beim Kern des georgischen Dilemmas. Tatsächlich kann man sich Saakaschwili und seine zumeist an westlichen Universitäten ausgebildete, junge Ministerriege nur schwer mit langem Bart im Hochgebirge


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige