"Wien korrumpiert"

Politik | Ingrid Brodnig und Barbara Tóth | aus FALTER 35/08 vom 27.08.2008

SOMMERGESPRÄCH Jörg Haider wollte eigentlich Schauspieler werden und träumte von intellektuellen Diskursen in Salons. Jetzt fühlt er sich als politische Kopiervorlage.

Jörg Haider wirkt gehetzt, obwohl er braungebrannt ist wie nach einem heißen Strandurlaub. Er bestellt ein Kombucha und ein getoastetes Panini ("Ich habe heute noch nichts gegessen"). Im schicken Strandcafé am Wörthersee will er sich als Kärntner Vorzeige-Landeshauptmann präsentieren, von dem sich Restösterreich etwas abschauen sollte. Über seine politische Vergangenheit redet er derzeit weniger gern - und wenn, dann auffällig oft über sich in der dritten Person. Keiner der antretenden Spitzenkandidaten ist länger in der Politik als "der Jörg Haider". Grund genug, ihn zu fragen, warum Politiker derzeit so wenig Vertrauen genießen - und ob seine Art, Politik zu machen, nicht viel Schuld daran hat.

Falter: Herr Haider, rauchen Sie immer noch Pfeife?

Jörg Haider: Ich habe mit 16 damit begonnen. Das war so eine


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