Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 35/08 vom 27.08.2008

Anwälte im Fernsehen braucht niemand. Außer man ist selbst Anwalt im kleinen Österreich, langweilt sich mit seinen öden Klienten und findet deshalb Glamourserien wie "Law and Order" aufregend. Noch unnötiger als Advokaten im TV sind nur noch Advokaten, die gute Menschen sein wollen. Das war schon bei der überspannten Ally Mc Beal unerträglich. Nun versucht sich ein neues US-Format an diesem Genre, "Eli Stone" (Pro 7, Mi, 20.15 Uhr). Eli Stone arbeitet für eine böse, mächtige Kanzlei, wird von Visionen geplagt, wechselt daraufhin die Seiten und wandelt sich zum Robin Hood der Juris-terei. Klingt lustiger, als es ist, das Beste sind Elis Wahnvorstellungen, in denen George Michael oder ein Knabenchor auftreten - das hat aber nichts mit Mystik zu tun, sondern mit dem Gehirnaneurysma in seinem Kopf. Nicht zu vergessen der schräge chinesische Arzt, an den sich der gute Eli in seiner Not wendet. Er spricht einen üblen Akzent, um als asiatischer Mediziner ernst genommen zu werden, und hält den verwirrten Juristen für einen "Propheten". Zumindest das hat Ally nicht von sich behauptet.


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