Eine Leinwand namens Faymann

Politik | Barbara Tóth | aus FALTER 36/08 vom 03.09.2008

INSZENIERUNG Wie ein SPÖ-Chef zum Markenprodukt wird: Der Wahlkampf Werner Faymanns zeigt die erstaunliche Nähe von Werbung und Politik.

Werner Faymann erklimmt das Rednerpult. Er wirkt schlanker als zuletzt. Das Haar ist zu einem ordentlichen Kanzlerkurzhaarschnitt gebändigt, das Gesicht ebenmäßig gebräunt. Der Anzug sitzt kantig, nicht leger wie früher. Ganz so, wie auf den Plakaten. Nur die Krawatte ist eine andere. All das ist wichtig. Die 3000 Funktionäre, die an diesem Freitag zum sozialdemokratischen Wahlkampfauftakt in die Stadthalle gekommen sind, wollen Faymann so wahrnehmen, wir er seit gut einem Monat in markantem Schwarz-Weiß-Kontrast vor knallrotem Hintergrund im ganzen Land angepriesen wird. Als "sozialen, entschlossenen und zuversichtlichen" Parteiführer. Als "neue Wahl". Faymann bemüht sich, den neuen Faymann darzustellen. In den kurzen Pausen seiner Rede, wenn der Saal wie auf Kommando applaudiert, lächelt der Kandidat verschmitzt ins Publikum. Eine Kamera projiziert


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