"Mutter hatte keine Wahl"

Stefan Apfl und Barbara Tóth | Politik | aus FALTER 36/08 vom 03.09.2008

SOMMERGESPRÄCH Er wuchs im Internat auf und buhte bei Thomas Bernhards "Heldenplatz"-Premiere. Warum war FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache so wütend?

Falter: Haben Sie schon einmal Thomas Bernhard gelesen?

Heinz-Christian Strache: Nein. Aber ich habe ein Stück gesehen.

"Heldenplatz", bei der Premiere im November 1988?

Genau.

Wir sind auf ein Video von dieser Premiere gestoßen. Darauf ist ein junger Heinz-Christian Strache zu sehen, der fuchsteufelswild ist und vom Rang herunterschimpft.

Ja, da war ich wütend. Ich habe ordentlich gepfiffen und geschrien.

Warum?

Es war schockierend, weil es so einseitig war. Der Österreicher wurde pauschal abgeurteilt und eine ganze Generation als Kriegsverbrecher abgestempelt. Die Kunst ist frei, also muss es auch die Kritik sein.

Bernhard hat die Provokation als Stilmittel verwendet. Da haben Sie beide etwas gemeinsam.

Provokation ist ja gut und dient dazu, dass man über Probleme redet.

Hat Provokation Grenzen?

Selbstverständlich. Dort wo Extremismus anfängt.

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