Camorra im Kino

Kultur | aus FALTER 36/08 vom 03.09.2008

Nach "Matrix" trugen Camorristi lange Ledermäntel, nach "Pulp Fiction" hielten sie den Lauf der Waffen schräg oder schossen gleich mit zwei Puffn: Das Kino bestimmt den Stil der Camorra. Folgende Filme sind (laut Roberto Savianos Buch "Gomorrha") stilbildend.

Der Pate I, II, III (Francis Ford Coppola; 1972, 1974, 1990) Weil man ihm in der Gefängniszelle keinen Videorekorder erlaubte, befahl Boss Augusto La Torre dem Direktor des lokalen Fernsehsenders, die "Paten"-Trilogie immer wieder im Abendprogramm zu spielen.

Scarface (Brian de Palma, 1983) Zum Dreh von Howard Hawks' "Scarface" erschien 1932 Al Capone am Set. Camorra-Boss Francesco Schiavone ließ sich Tony Montanas Villa aus Brian De Palmas Verfilmung 1:1 nachbauen.

Il Camorrista (Giuseppe Tornatore, 1986) Der Soundtrack des Films wurde zur Erkennungsmelodie der Camorra; man pfeift sie, wenn ein Capozona vorübergeht, oder um einem Ladenbesitzer Angst einzujagen. In den Discos tanzt man zu verschiedenen Dance-Versionen, alle gemixt mit Sätzen des Bosses Raffaele Cutolo, im Film gespielt von Ben Gazzara.

Nikita (Luc Besson, 1990) Einer der wenigen weiblichen Bosse im Business, Vincenza Di Domenico aus Neapel, trug stolz den Spitznamen von Bessons Killerheldin Nikita.


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