Eine Stadt empfiehlt sich

Kultur | Maya Mckechneay | aus FALTER 36/08 vom 03.09.2008

FILM "Herrn Kukas Empfehlungen", die Verfilmung von Radek Knapps Underdog-Roman, ist ein Sammelsurium schmucker Wien-Klischees.

Im Roman ist es ein schmuddliges kleines Geschäft am Mexikoplatz. Hier verkauft der ausgehungerte Ich-Erzähler, ein junger Pole namens Waldemar, für geringen Lohn Plastikspielzeug und Barbie-Imitate.

Der Film mag es edler: Aus dem Ramschladen ist eine Nostalgiepuppenklinik in Naschmarktlage geworden. Hinter einer polierten Ladenfront aus Holz schimmern die Porzellanglieder der Ware, sanft klingeln einem ein Glockenspiel und andere Klischees der kaiserlich-schmucken Jahrhundertwendestadt entgegen.

Diese Transformation kann kaum im Sinne des Erfinders sein, zeichnet sich Radek Knapps 1999 veröffentlichter Roman "Herrn Kukas Empfehlungen" doch gerade durch seinen schelmischen Blick von unten auf ein ostig-abgerocktes Wien aus. Knapps Roman liest sich wie eine Wien-Anleitung für Mittellose, in der Waldemar mit reichlich Ironie vormacht, wie man fröhlich schwarzfährt


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